Alan Klee

Fotografie & Reportage

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Auf 2 Enduros zum Ararat... und zurück
9 seitige Reportage in MO Motorradmagazin Ausgabe 4/2010
Merhaba.Merhaba. Auf zwei Enduros machen sich Vater und Sohn auf den Weg zum Ararat. Ein lang gehegter Plan wird in die Tat umgesetzt. Die Reise vom Okzident in den Orient führt durch ein abenteuerliches, weites Land zwischen Europa und Asien. (Text: Alan Klee Fotos: Alan Klee, Rigobert Klee ) Laut und stickig empfängt uns Istanbul. Die Lüfter der Hondas laufen längst als wir in den Stadtteil Sultanahmet abbiegen wollen. Alles steht. Die schwüle Luft genauso wie der Verkehr auf der Kreuzung vor uns. Da wird gehupt, lamentiert und viel gestikuliert, nur vorwärts geht es nicht. Die nächste Grünphase. Wir bahnen uns einen Weg durch die Blechlawine, vorbei an gelben Taxen, vollbesetzten Touristenbussen und mitten durch den blauen Dunst der Abgase. Willkommen in der Türkei! Nach fast vier Tagen Anreise parken wir die Motorräder am Fuße der Blauen Moschee. Der Ruf des Muezzin hallt wie ein Echo in der heißen Abendluft. Drei Tage wollen wir uns nehmen, um die Stadt am Goldenen Horn per pedes zu erschließen, uns zu akklimatisieren und für den langen Ritt nach Osten zu stärken. Aufbruch nach Osten Die schiefergrauen Wolken hängen tief über der Stadt als wir die Motorräder am Morgen beladen. Dank GPS ist der Weg zur Autobahn schnell gefunden. Ganz unspektakulär verlassen wir Europa, überqueren den Bosporus per Fatihbrücke hinüber nach Asien. Istanbul scheint kein Ende zu nehmen. Stundenlang fahren wir auf der meist mehrspurig genutzten Straße geradeaus. Großindustrie säumt unseren Weg. Triste Landschaft. In Böen wird Müll über die Straße geweht. Dann fängt es auch noch an zu Regnen. Am Straßenrand ziehen wir eilig unsere Regenanzüge an. Bei einem Tankstopp in der Nähe von Bolu ist die Stimmung gedrückt. Soll es so bis zur iranischen Grenze weitergehen? Kurz darauf biegen wir von der Hauptstraße ab. Der Himmel klart auf, Pinienduft zu Sonnenschein und vor dem Vorderrad erstreckt sich eine Schotterpiste. Na also, es geht doch. Breites Grinsen unter beiden Helmen. Mit einer Staubfahne in den Rückspiegeln tauchen wir in die anatolische Landschaft ein. Die Wege des GPS werden unergründliche, also lassen wir uns treiben: Durch winzige Dörfer, über hügelige Steppen, vorbei an sanft glotzenden Kühen und aufgeregt gackernden Hühnern. Den Gesichtsausdrücken einiger Kinder nach zu Urteilen, verirren sich nur wenig Motorradfahrer in diesen Teil der Türkei. Die Schatten sind schon lang als wir das Zelt gleich neben dem staubigen Pfad aufstellen. Schnell ist ein Feuer entfacht und spendet wohlige Wärme. Was für ein Kontrast zu dem gerade mal 250 Kilometer entfernen Istanbul.[...]